Cannabis in Österreich

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Gesetzeslage verbietet Cannabis in Österreich rigoros

  • Konsum und geringer Besitz ziehen jedoch häufig nur Therapiegespräche nach sich

  • Cannabis-Produkte mit einem THC-Gehalt von maximal 0,3 Prozent sind nicht verboten

Während in Deutschland zumindest der Konsum nicht unter Strafe steht und in der Schweiz der Besitz von bis zu zehn Gramm keine Strafe nach sich zieht, gehen die Österreicher zumindest in der Theorie etwas rigoroser gegen Cannabis vor. Marihuana fällt unter das Suchtmittelgesetz1 – und §27 dieses Gesetzes besagt, dass sich strafbar macht, wer Cannabis „erwirbt, besitzt, erzeugt, befördert, einführt, ausführt oder einem anderen anbietet, überlässt oder verschafft“. Das schließt in der Praxis – im Gegensatz zu Deutschland – auch den Konsum ein, da dieser unmittelbar auf den Besitz schließen lässt.

„Therapie statt Strafe“ trotz strenger Gesetze

Allgemein liegt das Strafmaß bei einem Vergehen bei einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr sowie deftigen Geldbußen. Auf den Handel von Marihuana stehen jedoch bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, während bei „persönlichem Gebrauch“ maximal eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten in Frage kommt – und das auch nur bei Wiederholungstätern. Zunächst einmal kommt es nach dem Motto „Therapie statt Strafe“ zu Beratungsgesprächen und der regelmäßigen Abgabe von Urinproben.

Hanfshops in der gesetzlichen Grauzone

Der Anbau von Hanf ohne Suchtmittelgewinnung ist in der Alpenrepublik unterdessen straffrei. Und bei einem THC-Wert von maximal 0,3 Prozent fällt Cannabis nicht mehr unter das Suchtmittelgesetz und darf besessen, konsumiert und gehandelt werden. In der Praxis hat das zu zahlreichen Hanfshops in Österreich geführt, in denen auch Jungpflanzen und Triebe erworben können, aus denen wiederum THC-reiche Cannabis-Pflanzen wachsen können.

  1. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011040